Eine aktuelle Studie legt nahe, dass der Verzehr von Lebensmitteln, die reich an "guten" Bakterien sind, die bestimmte Stoffwechselprodukte produzieren, das psychische Wohlbefinden verbessern könnte, indem er Einfluss auf die Darmmikrobiota ausübt.
Die Fermentation ist ein uraltes Verfahren, das seit Jahrtausenden zur Konservierung von Lebensmitteln oder zur Verbesserung ihrer Verdaulichkeit eingesetzt wird.
Sie beruht auf der Wirkung lebender Mikroorganismen, wie Milchsäurebakterien oder Hefen, die Zucker und andere organische Verbindungen in Lebensmitteln auf natürliche Weise umwandeln.
Dieser natürliche Prozess verändert nicht nur die Textur und den Geschmack des Lebensmittels, sondern auch seine Nährstoffzusammensetzung und die Verfügbarkeit bestimmter Nährstoffe.
Neben anderen Vorteilen reichert sich ein Lebensmittel, das einer Fermentation unterzogen wird, auf natürliche Weise mit aktiven probiotischen Hefen und Bakterien an (1).
Probiotika werden seit vielen Jahren erforscht und sind lebende Mikroorganismen, die das Gleichgewicht der Darmmikrobiota unterstützen können.
Tatsächlich helfen Probiotika dabei, die bakterielle Vielfalt im Dickdarm zu erhalten. Diese spielt eine Rolle für eine funktionierenden Verdauung sowie bei verschiedenen Prozessen im menschlichen Körper (2).
Diese Mikroorganismen sind in verschiedenen fermentierten Lebensmitteln enthalten: Joghurt, Käse, Kefir, Miso, laktofermentiertes Gemüse (Sauerkraut, Kimchi usw.) und viele andere.
Man kann sie auch in Form von Nahrungsergänzungsmitteln in Pulver- oder Kapselform zu sich nehmen.
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Aufgrund des Einflusses der Verdauungsmikrobiota auf den gesamten Organismus untersuchen heute zahlreiche Forschungen die Rolle von Probiotika in verschiedenen Bereichen, darunter auch im Bereich der psychischen Gesundheit.
So enthüllten Forscher vor einigen Jahren die Existenz der Darm-Hirn-Achse (3), eines bidirektionalen Kommunikationsnetzwerks zwischen dem Verdauungssystem und dem zentralen Nervensystem.
Ein Forscherteam veröffentlichte im Februar 2025 in der Zeitschrift EMBO Molecular Medicine eine Studie über den Zusammenhang zwischen der Darmmikrobiota und ängstlichem Verhalten (4).
Ihre Arbeit stützte sich auf die Beobachtung von Mäusen, die keine Darmmikrobiota hatten und ohne Mikroben gezüchtet wurden.
Letztere zeigten ein ängstlicheres Verhalten. Sie zeigten auch eine neuronale Überaktivität in einer bestimmten Gehirnregion, der basolateralen Amygdala, die an der Bewältigung von Emotionen und Stress beteiligt ist.
Die gleichen Mäuse wurden dann mit lebenden Mikroorganismen in Kontakt gebracht, um eine normale Mikrobiota zu entwickeln. Andere wurden mit einem von Darmbakterien produzierten Metaboliten, Indol, supplementiert.
In beiden Fällen ging das ängstliche Verhalten deutlich zurück.
Die Forscher erklären dieses Phänomen damit, dass Indol, ein Derivat von Tryptophan (einer Aminosäure, die in vielen fermentierten Lebensmitteln vorkommt), als Botenmolekül zwischen dem Darm und dem Gehirn fungiert.
Indem es die Blut-Hirn-Schranke überwindet, könnte es so die neuronale Aktivität in Bereichen regulieren, die an Emotionen beteiligt sind, wie die Amygdala.
Diese Beobachtungen unterstützen die Idee, dass Metaboliten aus der Darmmikrobiota bestimmte Gehirnfunktionen, die mit Stress und Angst verbunden sind, direkt beeinflussen.
Daher könnte laut dieser Studie die Aufrechterhaltung einer ausgewogenen Mikrobiota durch eine Ernährung, die den Verzehr von fermentierten Lebensmitteln umfasst, die reich an Indol-produzierenden Bakterien sind, dazu beitragen, ein gutes emotionales Gleichgewicht zu bewahren.
Diese Ergebnisse sind zwar vielversprechend, müssen jedoch mit Vorsicht interpretiert werden, da sie sich bislang nur auf Tiermodelle beziehen.
Weitere Forschungen sind erforderlich, um diese Mechanismen beim Menschen zu bestätigen.
Die in der Zeitschrift EMBO veröffentlichte Studie ist nicht die einzige, die sich mit den Wechselwirkungen zwischen der Darmmikrobiota und der psychischen Sphäre befasst hat.
Dieser Bereich, der manchmal auch als Psychobiotik bezeichnet wird, erforscht, wie Darmmikroorganismen das Verhalten, die Emotionen und die Kognition beeinflussen können.
Eine Studie aus dem Jahr 2021 hat unter anderem gezeigt, dass eine vielfältige Mikrobiota mit einer besseren emotionalen Regulation und einer Verringerung depressiver Symptome einhergeht (5).
Ähnlich haben Forscher der Universität Cork herausgefunden, dass bestimmte Lactobacillus- und Bifidobacterium-Stämme die Stressreaktion bei Tieren und Menschen modulieren können (6).
In einigen Studien wurde untersucht, ob Probiotika die Produktion von Neurotransmittern beeinflussen oder die Gehirnaktivität modulieren können.
Diese Ergebnisse bestärken den Gedanken, dass die psychische Gesundheit nicht nur im Gehirnbereich liegt, sondern auch teilweise von der Darmgesundheit abhängt.
Aus diesem Grund empfiehlt die medizinische Gemeinschaft heute eine ausgewogene Ernährung, sowohl für die körperliche Gesundheit als auch für das seelische Gleichgewicht.
Inzwischen gibt es sogar probiotische Formeln, die aus sorgfältig ausgewählten Stämmen bestehen, um die Kommunikationswege zwischen Darm und Nervensystem zu beeinflussen.
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